Studieren, wo andere Urlaub machen... Himmel oder Hölle??

Der Abschied naht...FREIZEITSTRESS ;)

Samstag, 18.12.2010

Seit den Prüfungen ist schon wieder einige Zeit vergangen und in 3 Tagen geht es auch schon zurück nach Deutschland. Ich will das eigentlich gar nicht, könnte gut und gerne  auch noch ein, zwei Monate hier bleiben. Aber was soll man machen. Die letzten Wochen hier haben wid das Leben auf jeden Fall noch mal richtig ausgekostet und sehr viele Ausflüge unternommen.

Eureka


Nach Katjas letzter Prüfung sind wir ins der Uni nahegelegene Mokka (sehr ordentlicher, hübscher Ort) gefahren und von da nach Eureka, was im Reiseführer als "typisch kreolisches Haus" beschrieben wurde...dies ist ein original altes Haus mit einigen Ausstellungsstücken, was im Endeffekt aber nicht sehr spannend war. Gott sei Dank hatten wir uns aber dafür entschieden, auch den extra Eintritt für den Wasserfall zu zahlen. Da sind wir dann mit Flipflops herumgekraxelt und haben die schöne Natur bestaunt und sind an den Wasserfällen nach oben entlang gelaufen. Irgendwann hätten wir dann den ganzen Weg zum Ausgang zurücklaufen müssen, hielten uns aber für so schlau einfach eine unpassierbare Stelle zu überklettern um dann bei dem Haus rauszukommen - dachten wir. War aber ein verlassenes, aber dennoch eingezäuntes Privatgrundstück. Schade! Im Endeffekt haben wir aber eine Stelle gefunden, wo wir drüberklettern konnten und nach einigem Laufen entlang der Straße, waren wir dann auch wieder beim Parkplatz Lachend

Chamarel

Mit Katja und Franzi zusammen haben wir dann eine größere Tour in den Süden gemacht. Unser Hauptziel war zunächst Chamarel mit seinem 90m Wasserfall und seiner 7farbigen Erde. Die war dabei gar nicht mal so beeindruckend, aber schon der Weg durch die wunderschöne, super-grüne Natur, hoch in die Berge mit Blick auf das türkisblaue Meer...einfach super schön!! Die gesamte Weiterfahrt war einfach geprägt von Aaaahs und Oooohs über die schöne Landschaft.

Danach sind wir zu einem der bedeutendsten Hindu-Tempel hier gefahren, Grand Bassin. In dem dortigen See (Kraterbecken) befindet sich wohl echtes Ganges-Wasser, ist somit ein besonders heiliger Platz. Neben freilebenden Affen, die von den zahlreichen obsthaltigen Opfergaben angezogen werden, gab es da auch eine riiiiiiesige Gottesstatue. DIe war echt imponierend!

Gris Gris

An einem anderen Abend sind wir auch in den Süden, nach Gris Gris gefahren. Da hatten wir auch schon einen unserer Filmdrehs für den Bollywoodfilm. Dort findet man eher Steile Steinklippen und auch den Roche qui pleure, also den weinenden Felsen. Dieser hat so viele kleine Löscher, dass das Wasser, was die hohen Wellen in den Felsen spritzen, wie tausende Tränen wieder rausläuft. Dort haben wir auf jeden Fall einen schönen Sonnenuntergang genossen und den hohen Wellen zugeschaut...

Fleischmarkt Por Louis

Das ist nur eine kleine Episode, aber doch erzählenswert. ich hab ja nun echt schon einige Märkte gesehen, aber das war echt krass. Da waren verschieden kleine Hallen, geordnet nach Tier und dann lagen da einfach nur riesige Fleischmassen auf den Tischen rum :) oh mein Gott... der Geruch war einfach atemberaubend und vor allem die Innereien waren einfach richtig eklig!! Aber da es freitag früher Nachmittag war, war schon vieles weg. Brutal war die Hühnchen-Halle: da lagen berge von Schenkeln (und auch Eiern) und daneben waren klitzekleine Käfige, vollgestopft mit lebenden Hünchen und Küken :(

Shotz

Samstag waren wir dann an einem superschönen, einsamen Strand im Süden, den Katja und ich für sexy rekel Bilder im Sand genutzt haben :D

Abends gings dann mal wieder ins Shotz. Da sollte am Abend davor eigentlich Big Ali auflegen, weil das aber ausfiel war Samstag irgend sone französische DJane da... deswegen war die Hütte voll und nicht mal wir weißen kamen rein!! Gott sei Dank kannte eine von uns den Inhaber und wir wurden durch den Hintereingang reingeschleußt!! haha...irgendwie geht's halt doch immer. Naja, wirklich gelohnt hat es sich nicht, aber alles in allem war der Abend schon ganz lustig.

Osten

Am Sonntag sind wir dann mit Katja die ganze Ostküste abgefahren. Die Natur im Osten ist auch wunderschön und grün, aber auch noch mal ganz anders, als in andern Teilen der Insel. Zwischendurch haben wir immer wieder spontan an schönen Stränden Badestopps gemacht oder Tempel besichtigt.

Der frühe Vogel...


Montag mussten wir ja Katja und Clemens sehr zeitig zum Flughafen fahren. Einmal im Süden unterwegs, sind wir wiederum winige schöne Strände abgefahren, die gerade zum Montagmorgen sehr einsam waren und auch die Temperaturen noch angenehm waren, so dass man am Strand noch ein bisschen schlafen konnte.

nachmittags haben wir dann den Surfern in Le Morne zugeguckt und auch da noch mal gebadet.

Am nächsten Tag ging das gleiche Spiel noch mal von vorne los, um Jenny zum Flughafen zu bringen. danach sind wir dann gleich in die nahe Blue Bay gefahren, die Ihren Namen völlig zurecht trägt. Nach einem Tag voller baden, schlafen und essen ging es dann Nachmiitags noch zu einem kurzen Shoppen bei Mr. Price.

Pampelmousses

Am Mittwoch dann waren wir im berühmten botanischen Garten von Mauritius. Dieser war im Großen und Ganzen ganz schön und natürlich sehr grün... ;) Ich hätte nur noch mehr Blüten und bunte farben erwartet. Interessant waren aber die "Gewürzbäume", also Bäume, deren Blätter oder Rinde nach bekannten Sachen gerochen haben (z.B. an der Rinde eines Baumes roch es nach Weihrauch, weil Weihrauch eben ein Harz aus einem Baum ist oder aber einfach Zimtblätter, die dann später zu Zimtröllchen gerollt werden). Schön war auch der berühmte große Wasserlilienteich oder die Ecke mit den medical plants.

Curepipe

Am Donnerstag haben wir uns dann darum gekümmert, dass Jennys und Katjas TÜV verlängert wird (also der, von Ihrem Auto...) Da beide zu dem zeitpunkt ja nicht da waren, haben wir das "übernommen" und im Gegenzug hatten wir eben 5 Tage das Auto. Bei dem TÜV hat sich eigentlich Nitin um alles gekümmert, während wir uns die Stadt angeguckt haben (ein weiteres hässliches, dreckiges Loch...) Zum Abschluss sind wir wieder auf den Vulkankrater Trou au cerf gefahren, wo man einen super Ausblick über die Insel hat.

In dieser Nacht haben wir auch auf unserem tollen Dach geschlafen, wurden jedoch nahts halb 4 von einem tropischen Regenschauer jäh aus dem Schlaf gerissen und mussten dann doch wieder ins Haus flüchten...

Surfen in Tamarin

Freitag haben wir es dann auch endlich mal geschafft uns ein Surfbrett zu mieten. Ich kam leider nicht so gut rein, hab dann einfach das rumgammeln genossen und Ayad zugeschaut, der sich sehr gut gemacht hat und direkt nach 20 minuten auf dem Brett stand. An unserem letzten Tag machen wir das vielleicht noch mal...

Norden

Heute haben wir dann einen super Trip in den Norden gemacht ;) Zuerst wollten wir nach terre rouge, zu einem riesigen Friedhof, wo alle Religionen vereint liegen. Leider war die Wegbeschreibung meines Reiseführers nur sehr dürftig und wir haben den leider nicht gefunden. Dann Sind wir weiter nach triolet, zum größten Tempel. Der war zwar in der tat groß, aber leider nicht besonders schön. Bei der ersten Badestation angekommen mussten wir feststellen, dass das Hotel an dem Strand nun eröffnet hat und der Strand dementsprechend nicht mehr public war. Außerdem fing es an zu regnen. das zog sich auch den ganzen Weg bis nach Grand Baie durch, es regnete wie aus Eimern. Dazu kam, dass die Flammbaum-Allee noch nicht wirklich geblüht hat. Ayad und ich hatten trotzdem eine schöne zeit und haben Galgenhumor bewiesen. In Grand Baie haben wir dann etwas gegessen, baden konnte man wegen des Wetters ja nicht :D

Zum Abschluss am nördlichsten Punkt in Cap Malheureux kam aber doch noch mal die Sonne raus und wir haben in schöner Abendstimmung den Ausblick auf die vorgelagerten Inseln und das Meer genossen.

Morgen ist nun erst mal packen und sortieren angesagt, Montag geht es dann auf die Ile au Cerf, eine besonders schöne hier, auf der wir sträflicherweie noch nie waren. Wenn es die Zeit zulässt, Dienstag wie gesagt noch einmal surfen und dann gehts Abends auch schon zum Flughafen :(

Ich werde mich dann wohl aus Deutschland noch mal abschließend melden.

Ich kann aber jetzt schon mal sagen, dass die Zeit hier alles in allem wunderschön war, auch wenn Mauritius nicht immer das Paradies ist, was es verspricht zu sein. Aber die schönen Eindrücke und positiven Erlebnisse hier waren auf jeden Fall unvergesslich!!

 

Abenteuer & Raggae

Montag, 29.11.2010

So, das Studieren neigt sich nun wirklich langsam dem Ende zu, damit aber leider auch die Zeit hier... diese Woche hab ich nun meine beiden letzten Prüfungen und morgen in 3 Wochen geht es auch schon wieder nach Hause :/ trotz lernens haben wir in den letzten Tagen schon ein paar Ausflüge unternommen... unter anderem einen Katamarantrip. Dabei sollten wir wohl eig. Delfine sehen, dem war aber nicht so. vielleicht war das aber auch ganz gut so, denn wenn welche gesehen werden, dann jagen die ganzen boote die wohl ziemlich krass... naja. wir waren dann auch noch beim berühmten chrystal rock, der hier auf jeder 3. Postkarte abgebildet ist und sind da schön im türkisblauen wasser geschwommen und geschnorchelt...

Donnerstag waren wir im Casela Park (http://www.caselayemen.mu/randos_eng.htm)


Casela - Rando Fun



Davon hatte ich hier ja immer schon Plakate gesehen
und das wollte ich auch unbedingt machen. der Tag war letztendlich auch
soooo geil, das war einfach nur der hammer und jeden cent wert. Wir
sind mit einem großen jeep zu unserer ersten station gefahren. das war
eine "hängebrücke", also eigentlich nur ein drahtseil zum drauf laufen
und noch 2 oben zum festhalten. das ganze war so in ca. 50 m Höhe, wir
waren aber die ganze Zeit gesichert. So sind wir dann immer
weiter...zwischendurch mussten wir dann immer ein bisschen wandern und
kraxeln, was auch mal wieder echt gut tat, sich so auszupowern. Die
nächste Station war dann eine Brücke, wo man immerhin auf Holzplanken
gelaufen ist. die schwierigkeit war dabei, dass man seine sicherung mit
den karabinerhaken an einigen stellen neu einhaken musste. bei der
ersten brücke muss ich sagen, hat ich schon noch ein bisschen schiss,
weil man ja immer nach unten gucken musste auf das seil und man
dementsprechend auch alles gesehen hat, was darunter lag. Aber danach
war es nur noch geil! als nächstes kamen dann 2 ziplines, wo wir einfach
mit so einer rolle in ein drahtseil gehängt wurden und dann ging es
200-300m über eine schlucht mit ca. 40-50 kmh. das war soooo geil...
aber viel zu schnell vorbei. zwischendurch mussten wir immer mal wieder
ein bisschen kraxeln. dann ging es zu einem kleinen wasserfall und so
einem kleinen berg-tümpel mit eiskaltem wasser und viel moos.. da konnte
man baden und sich von einem 3-4 m hohem fels ins wasser rutschen
lassen. ich hab erst ewig überlegt, ob ich das mache, aber dann dachte
ich mir, nimm jetzt alles mit hier! wir mussten dann erst mal kurz durch
den tümpel schwimmen um zum anderen Ufer zu kommen und dann barfuß da
hoch kletter. autsch, autsch..da waren so viele spitze steine..das war
echt das schlimmste. dann stand man da oben auf dem felsen und die haben
so eine große lasche in die leine eingehangen. man musste sich dann an
der lasche festhalten und ein stückchen den fels runter laufen. und
dann hing man auch schon in der Luft.. und irgendwann über dem wasser musste man eben loslassen und ist volle kanne ins wasser geknallt... die fotos davon...der HAMMER! nach dem auftauchen wusste man erstmal gar nicht mehr wo oben und unten ist, geschweige denn wie man heißt. mein bikini-oberteil hat sich dann auch erst mal verabschiedet :D aber das hat echt spaß gemacht.

dann gabs ein ganz leckeres grill-picknick und für nachmittag war eine überraschung angekündigt. ich dachte,das meiste hätten wir schon hinter uns, aber falsch. mussten dann noch mal ganz schön wandern und waren dann unten in der schlucht am wasser. dann mussten  wir noch an so felsen langkraxeln, die über dem wasser hingen, weil da kein weg war und da gab es eben nur so eisenketten zum festhalten. und dann hieß es : ihr müsst jetzt schwimmen. das wasser war eiskalt, aber das war so geil, zwischen den meterhohen felswänden da rumzuschwimmen... und über uns, ganz weit weg haben wir schon gesehen, dass da noch eine hängebrücke ist! da mussten wir dann also wieder hochkraxeln und dann ging es über diese hängebrücke mit so schmalen holzbrettern, eben in 70 m höhe und unter uns die schlucht, in der wir grad noch geschwommen sind...und die aussicht..ich hatte überhaupt kein bisschen angst, das war einfach nur geil. dann konnten wir uns noch einmal abseilen, wieder zurück auf die andere seite. dann dachten wir, jetzt isses aber echt vorbei. nee, dann kam noch mal so ein seil, wo man zu zweit nebeneinander gerutscht ist. das haben natürlich ayad und ich zusammen gemacht. abends waren wir dann zwar totmüde, sind dann aber mit katja noch eine kleinigkeit essen gegangen.


Am Samstag waren wir dann wie gesagt in Port Louis, post abholen, ein bisschen shoppen und bumeln und eigentlich wollten wir auch noch mal in das andere briefmarkenmuseum, wo angeblich eine echte blaue mauritius ist. da ich aber meinen studentenausweis nicht dabei hatte, war mir der eintritt zu teuer. katja war drin und meinte, wir hätten nix verpasst... der raum ist total dunkel und ob das nun noch eine von den echten briefmarken von damals ist, weiß doch eh keiner... naja.

dann waren wir ja noch mal beim pferderennen. hab zwar auch einige male was gewonnen, aber nicht oft genug. also wieder kleinen verlust gemacht ;)

Reggae Donn Sa

abends waren wir dann noch beim reggae festival im nachbarort. ich fands im großen und ganzen richtig geil. die haben da ordentlich aufgefahren. die technik und akustik waren richtig gut, super livemusiker und krasse sänger. ich hab getanzt und getanzt, aber die mauritianer gingen gar nicht so ab. nicht mal bei den bands, wo die musik noch etwas schneller war...die meisten haben sich da einen gekifft und gechillt.  hab da auch die kleinste bong der welt gesehen, gebastelt aus einer kleinen jägermeisterflasche oder sowas..war auch irgendwie cool, weil das ja hier so hart bestraft wird eigentlich und da natürlich sauviel polizei und security war, aber das hat keinen gestört. die polizisten, die beim pferderennen arbeiten, wetten da ja auch....

hier mal ein video vom letzten jahr... (http://www.youtube.com/watch?v=NF0kfYN1TCA)

so, das wars auch schon. bis zum nächsten mal!!

 

 

 

 

Der Oktober...

Montag, 01.11.2010

 

Ich habe ja nun eine weile nicht mehr geschrieben. Deswegen werde ich den folgenden Roman mal in verschiedene Kapitel unterteilen statt chronologisch vorzugehen.

Uni

Ich fange mal mit der Uni an, weil es hier ja schließlich um mein Auslandssemester gehen soll. ;) Viel zu berichten gibt es allerdings nicht, Wie ich vielleicht schon mal erwähnt habe, ist die Uni hier sehr verschult. Man hat hier größtenteils Frontalunterricht und wenn der Dozent mal was fragt, traut sich selten jemand zu antworten. Teilweise sitzt der Dozent dann eine Viertelstunde da und fragt immer wieder das gleiche, bis mal jemand ganz leise was antwortet. Meistens suchen die auch eben ein ganz bestimmtes Wort, was die hören wollen. Denen geht es nicht um Zusammenhänge oder gar Meinungen, die man diskutieren könnte. Außerdem gibt es inhaltlich ein paar Unterschiede. Ich würde nicht sagen, dass sie Sachen falsch erklären, aber vielleicht etwas oberflächlicher oder eben veraltete Theorien verwenden.

In den letzten Wochen haben wir 2 Test geschrieben, also auch sehr schulisch. DIese Test zählen so 15-30% der Gesamtnote. Dazu kommen dann noch Gruppenarbeiten und entsprechende Präsentationen (haben wir bisher in keinem Fach auch nur ansatzweise angefangen...und Ende November ist das Semester vorbei!). Das Final Exame am Ende bringt über die Hälfte der Punkte und daraus errechnet sich am Ende die Note, A, B, C oder D. Hoffentlich nicht E, weil das wäre ja dann wohl durchgefallen. Aber zum bestehen reichen hier schon 40%, in Bremen sind es 60%. Hm...

Zu dem einen Test in Sustainable Tourism kam die Dozentin wie immer 45 Minuten zu spät. Dann mussten wir alle noch mal den Raum verlassen, weil ihr einfiel, dass die Tische ja alle noch vom Hausmeister auseinandergeräumt werden müssen, damit wir ja nicht abschreiben... oh mann.

Ja ansonsten gibt es nicht viel Neues aus der Uni. Diese Woche wird zum 3. Mal unsere Freitagsvorlesung ausfallen wegen Divali, dem hinduistischen Lichterfest. Letztes Wochenende wurde eine Vorlesung davon Samstag Nachmittag nachgeholt... da das erst 2 Tage vorher angekündigt wurde, hatte ich leider schon andere Pläne!! Im November schreiben wir darin aber auch noch einen Test und in der letzten November/ersten Dezember Woche sind dann unsere Prüfungen :(

Shopping

In der letzten Zeit sind wir oft rumgefahren und haben Sachen eingekauft, z.B. für Halloween. Ich hatte ja schon im letzten Blog von Rose Hill geschwärmt, weil man da alles für wenig Geld bekommt. Dort gab es jetzt auch einen Stand, der Deko&Kostüme für Halloween angeboten hat. Total geil, was die da an Masken, Perrücken und Accessoirs hatten. Leider alles nicht ganz so günstig, weswegen es für mich nur ein paar "künstiche" Fingernägel gab (für 100 Rupien, also ca. 2,50€). Am geilsten finde ich in Rose Hill die Schnick-Schnack-Schmink-Läden. Da gibt es halt eben alles, was man zum hübsch machen braucht in tausendfacher Ausführung und allen farben und Formen... und halt eben voll günstig. Also, ich kauf ja Rossmann schon immer halb leer, aber hier muss ich mich echt zusammenreißen!! 

Für mein Halloween-Kostüm war ich selbst kreativ. ich bin zu Pridemark gefahren, diesem Laden, wo alle möglichen Klamotten für wenig Geld verkauft werden. Die hatten zusätzlich noch ene 50% Rabatt-Aktion auf alles... da habe ich mir einfach alle hässlichen schwarzen Sachen geschnappt und geguckt, wie ich das am besten kombinieren kann. Am Ende hatte ich dann ein schwarzes Oberteil, was schon so ein bisschen zerfetzt aussah und einen langen schwarzen Rock (für 1,50) und einen knallroten Gürtel. Ich hab das dann alles ein bisschen zusammengenäht und vorallem kaputt geschnitten und gerissen. Aus dem Reststoff hab ich mir sogar noch selbst nen Hut gebastelt...so viel talent hätte ich mir gar nicht zugetraut... Überrascht  

Ein weiterer toller Laden, den wir entdeckt haben, heißt Mr. Price (http://www.mrprice.co.za/predefined.aspx) Das hätte ich gerne in Deutschland. Da gab es so geile Sachen... Vom Preisniveau ist es ähnlich wie H&M (also für hier verhältnismäßig teuer), und vom Stil halt modern und europäisch, bei manchen Sachen mit ein paar indischen Einflüssen. Es ist halt so eine Mischung aus Primark, H&M, New Yorker u.s.w. Also einige schicke Sachen, teilweise aber auch ein paar zu tussige Sachen. Unterwäsche, Schuhe, Accessoires und eine riiiesige Auswahl an Klamotten. Oh man, das war ein harter Tag :/

Pferderennen

Ein ganz anderes Thema: Was in Deutschland die Bundesliga ist, ist hier das Pferderennen am Samstag. Auch wer nicht live dabei sein kann in der Hauptstadt Port Louis, jeder guckt es im Fernsehen oder hört es im Radio. Das Spektakel beginnt gegen 1 und dann folgen so ca 7-8 Rennen bis zum späten Nachmittag. Man kann in der Mitte der Rennbahn kostenlos stehen. Dort sind auch viele Fressbuden, Wettstuben und Leinwände. In einer Kurve gibt es dann noch eine Tribühne, wo Männer  ein bisschen Eintritt zahlen müsen (Frauen gibt es da nämlich sowieso fast keine, wenn dann nur in den Logen der weißen&reichen Mauritianer). der Vorteil an diesem bereich ist, dass man dort auch die Pferde beobachten kann, wenn sie rumgeführt werden vor dem Rennen. Vielen hilft das anscheinend bei der Entscheidung, auf welches Pferd sie setzen sollen. Uns hat das nicht geholfen... ;) Wir sind also vor jedem Rennen runter, haben uns die Pferde angeschaut,im Tagesprogramm gelesen, woher die Jockeys kommen, welche ulkigen Namen die Pferde haben, ob sie zu oder abgenommen haben, wie die letzten Rennen so liefen u.s.w. Dann ging es wieder ganz hoch auf die Tribüne, Wetten abgeben und Rennen anschauen. Ayad und ich haben einmal, mit unserem letzten zusammengekratzten Geld, weil wir vorher schon alles verloren hatten, mit 50 cent Einsatz immerhin doch noch 6 Rupien gewonnen (das müsst ihr durch 40 teilen, dann kommt ihr auf den Europreis....). Alles in allem war das aber ein sehr aüsanter und interessanter Tag. Das wollen wir auf jeden Fall noch mal machen. Dann mit besserer Vorbereitung und strategischeren Wetteinsätzen ;)

Ich muss allerdings auch sagen, dass die Stimmung auf dieser rennbahn sehr komisch ist. Natürlich sind dort auch sehr viele kaputte Typen und komische Gestalten, die alle aufs große Geld hoffen. Manchmal hat man mitbekommen, wie welche gewonnen haben und total abgegangen sind, so als ob ihr Leben davon abhinge. Und bei der Armut, die es hier teilweise gibt, kann das ja wirklich sein.. Auf der anderen Seite sieht man dann die weißen Bonzenfamilien in ihren Logen stehen mit Hütchen und Sektchen... Mauritius ist ein sehr gegensätzliches und widersprüchliches Land.

Bollywood

Die Bollywood-Film-Crew ist inzwischen wieder weg, aber beim letzten Drehtag gab es noch mal einen Job für 4 von uns. Es war im Endeffekt eine Art Werbespot für irgendso ein ekelfaftes Kaugummipulver, was in Indien sehr populär ist. Das wird aber wohl in den Film eingebaut oder so. Naja, es war auf jeden Fall mal wieder alles etwas chaotisch. Nach ewigem hin&her sind wir nach Port Louis gefahren. da gabs dann immerhin Frühstück und erst mal ne Stunde rumstehen in der Sonne umsonst. Da haben wir dann auch noch den Vater von einem der Hauptdasteller gesehen, einem berühmten Bollywood-regisseur, der schon viel mir Sharukkhan gedreht hat. Das ist so witzig, da neben Leuten zu stehen, die in Indien total verehrt werden, wir aber noch nie gesehen haben. Stell mir dann immer vor, ich würde neben Brad Pitt stehen und es noicht merken.

Dann haben sie festgestellt, dass wir da doch nicht gebraucht werden. Wir sollten direkt in den Norden nach Grand Baie fahren (da, wo wir auch unsere Katamarantour gemacht haben). wir saßen erst mal in 3 verschiedenen Autos, bis wir dann endlich im Richtigen waren, was uns mitnehmen konnte. Das war dann ein Minibs voller indischer Tontechniker, Assistenten und keine Ahnung was. Dementsprechend war auch die Musik im radio... Unentschlossen Es war heiß, unbequem und ungefähr eine Stunde fahrt. An den verkehr und die Fahrweise hier hat man sich ja nun schon gewöhnt. Wo man am Anfang noch einen Schrei unterdrücken musste und mit dem ganzen Körper gezuckt hat, zieht man jetzt maximal noch die Augenbrauen hoch. Trotzdem waren wir am Ende froh, endlich am Strand angekommen zu sein. Da es mal wieder hieß: warten!, sind Jenny und ich erst mal baden gegangen. Irgendwann ging es dann auf den Katamaran, auf dem gedreht werden sollte. Da war allerdings gar kein Kamerateam.... Wir sind dann ein wenig aufs Meer hinausgefahren und mussten uns dann vorne auf die Netze stellen. Das war eine äußerst schmerzhafte Angelegenheit, da die Netze eher grobmaschig waren und die Knoten einfach sauweh taten. Und dann mussten wir auch noch tanzen, über eine Stunde lang. Gefilmt wurden wir dabei von einer professionellen Handkamera.... und aus einem Helikopter heraus. Ja richtig, es gab Luftaufnahmen. Der Heli is die ganze Zeit über uns geflogen oder kam auch mal ganz dicht über dem Wasser auf uns zu.. Wir dachten echt, wir kommen gar nicht mehr klar. Kostenloser Katamarantrip und dann werden wir aus nem Heli gefilmt?? voll cool. Naja, dann war Mittagspause, wo wir uns erstmal ordentlich mit indischem Essen vollgefuttert haben. Danach mussten wir dann aber noch weiter drehen, bis es langsam dunkel und kalt wurde. War dann echt anstrengend, gerade das ständige rumgewarte. Aber am Ende gabs ja ne kleine Aufwandsentschädigung. Ich bin echt schon gespannt auf den Film.... 

Abends haben wir dann noch mit Nishan und seinen Freunden am Strand gegrillt, frischen Fisch und Hähnchen...njammi. Ich war da schön in meiner Schlabberhose, sollte nach dem anstrengenden Tag ja nur nen chilliger Abend werden. Am Ende sind wir doch noch im Shotz gelandet. Davor stand natürlich mal wieder ne Schlange von Kreolen, die nicht reinkamen. Wir konnten einfach reinspazieren, obwohl ich ja wie gesagt nur in meiner Jogginghose unterwegs sein. Ist halt echt scheiße, weil die eben denken weiß (=Tourist) = Geld = kauft viele Drinks. Ich habe aber im Schotz noch nicht einen Cent für Getränke ausgegeben... 

Halloween

Am Wochenende hatten wir ja unsere Halloweenparty. Im Prinzip waren wir schon die ganze Woche davor mit Vorbereitungen beschäftigt. Planen, einkaufen, Kostüme besorgen u.s.w. Auch am Abend davor ging es los mit  Deko basteln, kochen, Schimmel aus Lebensmittelfarbe herstellen.... Samstag gegen 8 (die Party sollte um 9 starten) fing es dann erst mal tiersch an zu schütten und unser Garten wurde in eine Mosquito-verseuchte Sumpflandschaft verwandelt. Wir hatten schon echt Angst. Es hat dann aber doch wieder aufgehört zu regnen. Trotzdem hat sich dann alles unter dem Dach in unserem Hof konzentriert, was auch deswegen funktioniert hat, weil nicht so viele Leute kamen, wie gedacht. Aber es haben sich echt super viele Leute Mühe gemacht mit ihrem Outfit. Einige waren echt verdammt gruselig. Und selbst von unseren Klassenkameraden waren welche da, inkl. Kostüm :) Am Ende sind leider wieder alle ins Shotz abgehauen, obwohl wir sogar nen DJ da hatten. Aber ich glaube, alle hatten ihren Spaß bei uns.

Mauritius


Zum Abschluss wollte ich noch etwas allgemeines zu Mauritius sagen, was mir bisher so aufgefallen ist. EInigen hatte ich das ja auch schon erzählt.

Ich finde es hier nach wie vor sehr schön. aber für immer hier bleiben, das könnte ich mir nicht vorstellen. erstens ist es hier viel zu klein und jeder kennt jeden. man braucht immer beziehungen und kann alles irgendwie rauskriegen. außerdem erscheinen mir die leute hier seeehr oberflächlich. weiß auch nicht wie ich das beschreiben soll...einfach, wie die teilweise an der uni auch angezogen sind und dann 1000 mädels in den pausen vor den spiegeln stehen. es gibt auch sooo viele offensichtlich magersüchtige mädels hier, dass ist krass. und man darf hier ja auch nicht einen sonnenstrahl abkriegen, weil je heller die haut hier ist, umso besser. das ist so krank, die laufen hier deswegen mit regenschirmen rum. neulich hat mich ein bildhübsches indisches mädel auf der toilette gefragt, ob ich sie am rücken eincreme, und das war sonnencreme mit lichtschutzfaktor 100... allerdings sind die menschen auch sehr, sehr freundlich und hilfsbereit. Da habe ich das Gefühl, dass das wirklich von Herzen kommt, und nicht nur oberflächlich ist.

außerdem finde ich die insel sehr widersprüchlich (siehe auch das beispiel pferderennen). es gibt zwar eine stark ausgeprägte mittelschicht, aber die unterschiede zwischen arm und reich sind krass. klar, die weiße oberschicht hier hat sowieso geld ohne ende. und auch so gibt es halt schon einige hier, die es zu was gebracht haben, man sieht viele große autos, die hier durch die hohen import kosten ja sogar noch teurer sind als bei uns. wenn wir dann aber mit dem bus ins nächste dorf fahren, gibt es da eben auch menschen, die in wellblechhütten wohnen, auf dem land im landesinneren sieht man das auch noch häufiger. und diese kontraste zwischen 5*sterne hotel-bunkern und luxeriösen einkaufszentren, wo ich noch nicht mal was kaufen könnte und eben menschen in armut..das ist irgendwie sehr widersprüchlich. noch dazu kommt der krasse kulturen&religionen-mix. auf den ersten blick ist das natürlich toll und für europäer auch super spannend. am nächsten freitag ist zum beispiel das hinduistische lichterfest divali, das wird bestimmt voll schön. aber gleichzeitig ist es hier halt eher so, dass sich die verschiedenen gruppen ignorieren und deswegen so "friedlich" zusammen leben. kreolen und inder haben halt für gewöhlich nicht viel miteinander zu tun...und sich auf so ner kleinen insel mit nur 1,5 mio einwohnern sozusagen "aus dem weg zu gehen" ist schon eigenartig.

Na gut, das wars erst mal wieder. Vielen Dank an alle, die es durchgehalten haben, alles durchzulesen. ich versuche demnächst wieder in kürzeren Abständen zu schreiben, damit sich nicht so viel sammelt. Viele liebe grüße, in welcher Ecke der Welt ihr auch gerade steckt...

 

 

 

 

 

Bollywood, Ayad und Chikungunya

Dienstag, 12.10.2010

seit 2 Wochen ist nun Ayad da, aber bevor ich euch von der letzten Zeit berichte, muss ich ja noch nachreichen, wie der Bollywood-dreh verlief. das war ja erst mal schon wieder ein riiiiesiges hin und her, wie wann warum wohin??? erst wollten die die Nachtclubszene hier drehen. Dann hieß es: nee, Strandszene. Dann hieß es: um 7 gehts los. Dann hieß es: wird doch nicht in Flic en Flac gedreht. Wir holen euch um 5 ab, für Transport ist gesorgt. Dann hieß es: seit ab 6 fertig. Wir sind dann um 7 mit Privatautos losgefahren :D kamen da an und da waren voll schöne klippen und unten ein kleiner Strandabschnitt. Aber das Wetter war da halt erst nicht so toll, später kam die Sonne raus... saßen dann eh erst mal ewig rum natürlich, haben ein bisschen Frühstück gegessen. Es hieß dann auch jemand kommt unsere Outfits checken (war ja ne Beach-Party und wir mussten so Bikinis anhaben), aber das hat dann nie jemand gecheckt. Aber geschminkt wurden wir, wo ich schon mal so dachte: OHA, sooo weit im Hintergrund sind wir also nicht... naja, irgendwann gegen 11 oder so gings dann mal runter an den Strand. Da haben wir dann gewartet, während die erst mal anfingen, die ganze Technik da runter zuschleppen. War ja noch früh am Tag. Dann fings an zu Regnen und wir sind wieder nach oben geflüchtet. Dann sollten wir irgendwann wieder an den Strand und auf einmal brach voll die Hektik aus, weil die uns allen noch schnell ne Choreographie beibringen wollten. Hatten sie ja nicht stunden vorher Zeit. Dann wurden wir für die erste Szene platziert und diese Platzieren war jedes Mal ein großer Spaß, weil das zig verschiedene Leute gemacht haben und jeder was anderes gesagt hat... komm du hier her...geht alle mehr ins meer, enger zusammen, verteilt euch mehr, kommt wieder vor, raus aus dem Wasser, Jungs nach hinten, Jungs verteilt euch, enger, auseinander.... hahahaha....oh mann. Mann ist da teilweise erst mal 15 minuten im kreis gelaufen, weil man immer wieder woanders hingeschickt wurde, bis die es dann mal hatten. bei der Choreo durfte ich dann dankbarerweise auf nem Handtuch sitzen :) dann haben wir halt so nach und nach eine Szene nach der anderen gedreht. Immer nur zu einem Song, der aber eigentlich ganz cool war. War eher so ein modernes Partylied. Meistens mussten wir halt tanzen, am Ende dann besoffen in der Ecke liegen oder einmal mussten wir weißen Mädels so am Strand sitzen und die Hauptdarstellerin lief vor uns vorbei und redet mit jemandem hinter uns. Sie ist genau vor mir stehen geblieben, also könnte man vielleicht meinen Rücken sehen ;) am 28.9. wurde dann die nachtclub-szene bei uns im shotz gedreht. an diesem tag kam allerdings ayad an, so dass ich da nicht mitgemacht habe. gott sei dank wahrscheinlich, weil es diesmal richtig anstrengend war und die outfits auch viel härter kontrolliert wurden. So kurze Röcke, wie die da tragen mussten hatte ich gar nicht, geschweige denn hohe schuhe. und dann 12 stunden tanzen oder so?? puh...nein danke.
Die Filmcrew ist momentan noch auf Mauritius, drehen hier insgesamt 40 tage. Vor allem auch an unserer uni, weil das wohl so ein teenie-film wird. der hauptdarsteller in folgendem video spielt da übrigens auch mit, der Jackky ;)


http://www.youtube.com/watch?v=dP-VohMWkyw

 und die Miss India von 2009 oder so, Puja Gupta (bildschön, natürlich gebleeched und dadurch recht hellhäutig und zickig).

http://media.santabanta.com/gal/mi2007/beauty/puja%20gupta1.jpg

Der tagesbetrieb in der uni ist dadurch jedoch ganz schön eingeschränkt und behindert, aber lustig ist es auch.

Wie gesagt ist ja nun Ayad da, was total schön ist. Ich bin mit Nishan also zum Flughafen gefahren und dann hieß es warten. Eine Stunde nach Landung kam Ayad dann endlich raus. Die Beamten hatten ihm anscheinend nicht ganz geglaubt, dass es mich gibt und er hier für 3 monate wirklich ne Unterkunft hat. Der eine hat ihn sogar mit rausbegleitet, um zu gucken, ob ich wirklich da bin. Im endeffekt hat ja aber alles geklappt und er konnte sogar mein vollkornbrot einschmuggeln. Zufällig hatte Nishan sowieso gerade Besuch von 2 deutschen Freunden seines Cousins, mit denen er einige Ausflüge unternommen hat auf die Ayad dann immer mitkommen, wenn ich Uni hatte. Am Donnerstag z.B. hätte ich Nachmittags Uni und vormittags ein Bewerbungsgespräch via Skype haben solllen, weswegen Ayad spontan mit nach Chamarel gefahren ist. 7farbige Erde angucken war der Plan. Wie das hier so ist, wurde dann vorher noch spontan schnorcheln in Blue Bay eingeschoben, wo wir ja auch schon waren. Da bei mir dann auch alles ausgefallen ist (wie ärgerlich, ich hätte auch mitfahren können), bin ich dann mit Katja am Strand entlang zum nächsten Ort (Tamarin) gelaufen. Das Wetter war an diesem Tag ziemlich wechselhaft, so das wir uns teilweise unter die strandschirme der 5-sterne-hotels flüchten mussten, weil es geregnet hat. Der Marsch zog sich dann ganz schön in die Länge, aber nach 2,5-3 Stunden waren wir dann auch mal am Ziel. Zwischendurch hatten wir auch Kontakt mit Nishan, weil er auf dem Rückweg vom Ausflug nämlich durch Tamarin durchmusste mit dem Auto, und wir mit ihm vereinbart hatten, dass er uns dann wieder mitnimmt nach Flic en Flac. Da wir dann in Tamarin noch ein wenig Zeit hatten, meinte Katja, dass da an der Hauptstraße noch ein Einkaufszentrum kommen würde, wo wir ja mal ein bisschen rumbummeln könnte. Nach 1,5 Stunden laufen durch glühende Hitze und gefühltem 1000 mal angehupt werden von Autofahrern (einfach nur als Gruß, weil wir weiß und weiblich sind wahrscheinlich) kamen wir immerhin mal an einem Supermarkt an. Da haben wir uns dann mit Nishan getroffen. Vorgestern sind wir mit dem Auto mal wieder durch Tamarin gefahren. das besagte Einkaufszentrum, was laut Katja schon 100mal "nicht mehr weit" sein konnte, war zu Fuß bestimmt noch mal eine halbe Stunde entfernt von dem Supermarkt...
Ayad hat dann ein paar Tage später noch mal einen Wander-Ausflug in den Black River National Park unternommen (Jungs unter sich). Am Donnerstag waren wir dann eher maritim unterwegs. Mit einem Katamaran ging es vom Norden aus zur 16 km entfernten Ilot Gabriel. Die Fahrt war überwiegend sehr schön, man konnte vorne schön in den Netzen rumgammeln, allerdings wurde man da auch ganz schön nass, weil das Meer dann doch ganz schön aufgewühlt war. Irgendwann war uns dann fast allen ein wenig schlecht, aber dann waren wir auch schon da. Die Insel war wirklich schön, da war das Wasser auch wirklich mal so,wie auf der Postkarte...ewig türkis. Nach einer Badepause gab es dann frisch gegrilltes Mittagessen auf dem Katamaran und dann ging es leider auch schon wieder nach Hause. Auf dem Weg blieb dann Franzis Auto mitten im Berufsverkehr von Port Louis liegen. Dazu muss man wissen: Port Louis ist die Hauptstadt, wo viele Menschen arbeiten, aber nur wenige wohnen da auch. Es gibt faktisch jedoch nur eine große 3spurige Straße, die aus Port Louis raus bzw. nach PL rein führt, immerhin in 2 Richtungen. Dementsprechend voll ist es da, morgens staut es sich bis zu unserer Uni.... Da standen wir nun also, Batterie hat gestreikt, nix ging mehr. Irgendwann hat dann ein Verkehrspolizist die 3 Spuren für uns gesperrt, damit wir "Hugo" wenigstens zur Seite schieben konnten, also einmal von ganz rechts, nach ganz links. Dabei sprang Hugo aber nicht an. Später haben wir dann noch mal mit einem bärtigen Taxifahrer angeschoben und da sprang er dann auch endlich wieder an. Uns stand dann jedoch noch eine längere Heimfahrt bevor, bei der Hugo immer wieder ausging, sobald Franzi nicht aufs gas getreten hat.
Gestern dann sind wir in einer großen Gruppe zu einer Krokodilfarm gefahren (durch "Kontakte" sind wir da kostenlos reingekommen). Die Anlage war in einem tropischen Wald, aber sehr Zoo-mäßig. Es war schon mal toll so riiiiesige Krokodile zu sehen und auch die Schildkröten von der Größe eines Sofatischs waren beeindruckend, aber im Endeffekt war es doch hauptsächlich eine Zuchtanlage für Krokos (die 3-5 jährigen werden zu Handtaschen/Mittagessen verarbeitet), die man auf Krampf touristisch gemacht hat. Wir haben uns dann aber natürlich trotzdem nicht nehmen lassen, anschließend Krokodilfleisch zu proieren in dem restaurant. Es schmeckt eigentlich ganz gut, im Prinzip wie Hühnchen, also sehr zartes, weißes Fleisch. hat aber auch ein bisschen was von Fisch.
Was gibt es noch so??
Die gehassten Hunde in unserer Straße sind inzwischen unsere besten Freunde. Die Mutter wohnt inzwischen mit ihren Welpen direkt vor unserer Tür und bellt uns nicht mehr an. Und die sind sooo süß ;)
Ansonsten war ich mal wieder ein bisschen in Rose Hill "shoppen", das ist eine relativ arme Stadt in der Nähe unserer Uni, wo man super viele billige Krims-Krams-Läden hat (Schuhe, Spielzeug, Särge, Kosmetik, Handtücher...einfach alles, natürlich nicht in einem) Und das gleiche findet man dann auch draußen auf dem Markt noch mal. Ich habe Ayad erst mal eine SIM-Karte besorgt, die da komischerweise viel billiger ist, als in unserem Touristen-Ort hier.  Dann hab ich Ayad noch eine Badehose gekauft und mich in einem Kosmetikladen eingedeckt mit kleinkrams wie nagelack & -entferner, einem kleinen krims-krams-täschchen, einem Ring und einer flasche parfum für insgesamt 6 euro. und dann brauchten wir noch ein paar handtücher, weil ayad dafür vor lauter vollkornbrot gar keinen platz mehr hatte ;), und tupperdosen und so kleinkrams. hat mich insgesamt auch nur 5 euro gekostet...einfach ein paradies :)
Ach ja, apropos paradies: es gibt im indischen ozean eine von moskitos übertragene krankheit namens chikungunya.( http://de.wikipedia.org/wiki/Chikungunyafieber)  nicht tödlich, aber auch nicht behandelbar. macht schreckliche schmerzen, aber vergeht nach einiger zeit von alleine. Vor 3 Jahren oder so gab es hier mal einige fälle, seit dem war ruhe. Nun allerdings hat uns unser einer Dozent erzählt, dass letztens bei ihm in der nachbarschaft maskierte männer gift versprüht haben. Auf nachfrage sagte man ihm, dass das gegen moskitos ist und er dachte, die machen das, weil er in der nähe des Premierministers wohnt. im nachhinein hat er erfahren, dass seine nachbarin diese Krankheit hat. Aber aus Indien eingeschleppt. Keine 2 Tage später: gleiches Szenario, allerdings in unserer Straße!! ich bin zu denen runter und habe gefragt, was sie da machen und mir wurde gesagt: anti-moskito-kampagne. Ich so: machen sie das überall?? Er: fast überall. Die Frage nach Chikungunya hat er verneint und unser dozent hat bisher auch nichts von einem neuen Fall gehört. Ist auch nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Wahrscheinlich haben die das in Flic en Flac gemacht, weil es hier viele Touristen gibt und in unserer Straße auch viel Brachland liegt. Außerdem wird es nun Sommer und damit heiß und feucht. Zudem ist der Grundwasserspiegel hier sowieso sehr hoch, von daher können sie hier gerne ein paar mossis töten!!
So, nun muss ich Schluss machen. ich schreibe morgen meinen ersten Test :( mal sehen, was das wird :D

Krank...

Mittwoch, 22.09.2010

Nachdem es mir ja vorletztes Wochenende schon wieder besser ging, war ich also Mittwoch in der Uni. Ganz brav und fleißig. Leider wollte mir niemand was beibringen. Wir saßen in unserem ersten Kurs und haben gewartet, wie immer... nach 20 Minuten bekam dann die Klassensprecherin eine SMS von der Dozentin: Fällt aus. Alles klar, wir also raus und uns in die Sonne gelegt, Irgendwie waren wir auch nicht die einzigen, bei denene was ausfiel. Jenny und Thomas hatten dann nämlich auch spontan frei... Leider kam auf einmal ein krasser Regenschauer. Es hat richtig Bindfäden geregnet, obwohl gerade noch die Sonne schien. WIr haben uns dann ins Auto geflüchtet und gewartet, bis das schlimmste vorüber war. Um 12 stand dann ja auch unser Aerobic-Kurs auf dem Programm, allerdings bekam ich vorher noch eine SMS von unserem Dozenten von dem Kurs am späten Nachmittag. Wegen einer Halsinfektion war er leider etwas sprachlos und somit musste er diese Vorlesung auch ausfallen lassen (die Woche davor hatte er ein wichtiges Meeting!). Da wir aber aus Auto-organisaorischen Gründen noch warten mussten bis um 4, fuhren Janine, Jenny und ich also zum nahegelegenen Supermarkt. Mit dem Obst und Gemüse ist das hier so, dass es da Frauen an der Wage gibt, die einem das wiegen und etikettieren. Also nix mit Beschiss ;) Wir mussten aber auch lernen, dass dort Mittwochs das Obst und Gemüse besonders günstig ist. Gründe dafür konnte man uns aber nicht nennen... Dadurch bideten sich aber riesige Schlangen vor den Wagen, weil anscheinend alle billige Vitamine wollten.

 Donnerstag stand dann die Geburtstagsparty von einem Kommilitonen auf dem Plan. Tagsüber, weil hier nach Sonnenuntergang (immer schlagartig, ohne spürbare Dämmerung so zwischen 6 und halb 7) einfach tote Hose ist, kaum jemand auf den Straßen unterwegs ist, keine Busse mehr fahren. Aber zum 21. Geburtstag gabs natürlich trotzdem ordentlich Alk. Das war das kränkste, was ich bisher erlebt habe...die haben sich echt nur getroffen, um sich abzuschießen. Vormittags um 11. Ging ja noch ganz harmlos los, mit Bier und Vodka-Saft-Gemischen. Dann hat das Geburtstagskind seine Torte angeschnitten, was in einer Tortenschlacht endete (ist hier so üblich, mehr verate ich aber nicht, weil ich noch zukünftige Geburtstagskinder mit mauritischen SItten& Gebräuchen überraschen will ;)  So zwischen 12 und 1 glaub ich ging es dann los mit Sambucca-Shots. Das ist dieses Zeug, was wie Uso schmeckt, nur NOCH ekliger und stärker. Das Zeug war knallblau, wurd dann in den Schnapsgläsern angezündet und dann mit nem Strohalm getrunken... Der Saft war dann irgendwann auch alle und Katja und ich mussten dann auch leider gehen, weil um 2 endlich mal jemand kommen wollte, uns eine Duschwand anzubauen, damit nicht immer Land unter ist in unserem Bad. Der gute Mann kam dann auch fast pünktlich, so gegen halb 5 :D Dann hat er auch noch die eine Glastür zerscheppert und versprochen Freitag mit Ersatz zu kommen. Er kam dann Samstag. Leider hat er an beiden Tagen vergessen uns zu sagen, dass das Silikon 3-4 Tage aushärten muss. Er kommt also diesen Freitag wieder....

Mir ging es in der Zwischenzeit wieder schlechter. Es ging los mit dicken Mandeln und Schluckbeschwerden und ich dachte schon so: Neeeeein. Aber nach 2 Tagen Tee und Ruhe, war das schon besser. Dann ging es jedoch los, dass meine Nase richtig krass verstopft war und ich richtig schlimme Kopfschmerzen bekommen habe bzw. Schmerzen in den Nasennebenhöhlen und Stirnhöhlen. Trotz fleißigem Inhalieren und Ruhen ging das nicht weg. Also bin ich gestern Abend mit Jenny nach Quatre Bornes gefahren, ins öffentliche Krankenhaus. Da ist halt von Untersuchung bis Medizin alles kostenlos und es ist rund um die Uhr offen. Dementsprechend ist dort jedoch auch die Kundschaft...

Schon der Weg dahin war abenteuerlich, weil Google Maps sich irgendwie nich so ganz auszukennen scheint, in Mauritius. Laut Googel sollte linker Hand eine Polizeistation sein und da sollten wir rechts abbiegen. Nun gut, die Polizeistation war rechts aber immerhin war da auch die Straße, in die wir angeblich mussten. Wir fahren und fahren, sehen aber kein Krankenhaus. Also wenden wir. Ziel: die Moschee und die davor stehenden Gläubigen. Die gaben uns dann erst mal zu verstehen, dass wir gerade falsch rum in einer EInbahnstraße fahren. Nach ewiger Diskussion und der Beteiligung von gefühlten 20 Männern wurde uns dann ein Weg beschrieben. Durch die Einbahnstraße durch natürlich. Am Ende wurden wir dann auch fündig.... Ich kam in den Teil des Krankenhauses, wo nur so "Kleinigkeiten" und Krankheiten behandelt wurden. Da waren Leute wie ich, mit Erkältung, aber auch andere, die da schon mit einer Infusionsflasche in der Hand (also Nadel in der einen, Flasche in der andern Hand) rumliefen oder kurz vorm Umfallen waren. Die Ärztin hat mich dann befragt und abgehorcht (dafürhat sie sogar mal die Tür vom Untersuchungszimmer geschlossen) und dann hat sie mich ins Behandlungszimmer geschickt. Da wurde mein Blutdruck gemessen und mein Blutzuckerspiegel (beides Top). Und dann hat mich der Mann noch wohingeschickt, was ich nicht verstanden habe und erst nach ewigem Rumfragen habe ich es dann gefunden: Röntgen! Da war ich dann in einem Bereich, wo die wirklichen Notfälle waren. Da saß auch wieder der Junge von vorher, der kurz vorm Umkippen war. Da wo vorher seine Infusion in der Hand steckte, lief jetzt nur noch Blut raus. Warum sie den geröngt haben, ist mir bis heute ein Rätsel! Der ist dann auch erst mal in die Arme der Arztes umgekippt und blieb dann erst mal auf nem Stuhl sitzen. In der Zeit wurde ich vorgezogen und man hat mir die Lungen geröngt! Der Junge blieb aber im Raum sitzen dabei... Mit dem Röntgenbild ging es dann zurück zur Ärztin. Die hat das nur so gegen das Neonlich gehalten und sich gefreut, dass ich Nichtraucher bin. Dann hat sie mir 5 verschiedene Medikamente verschrieben und sich gefreut, dass ich Französisch kann. Also hat sie mir direkt alles zu den Medikamenten, speziell zum Antibiotikum, auf Französisch erklärt. Gott sei Dank ist mein Hör-Verstehen schon sehr viel besser geworden (dank unserem Fernseher, wo es z.B. auch Desperate Housewives auf Französisch gibt). Gepaart mit meinem Vorwissen über Antibiotika hab ich also alles verstanden. Ihre letzten Worte waren dann: Wenn es Probleme gibt, kommen Sie wieder. Aber es wird keine Probleme geben. Na dann.... Am Apothekenschalter hab ich dann meine Medizin abgeholt. Originalverpackung oder gar Beipackzettel kann man hier getrost vergessen. Ist ja aber immerhin umsonst. Die haben da viele Behälter stehen mit einzelnen Pillen-Dingern. Gibt es dafür ein Wort, für diese Plastikverpackung, in der immer so 10 Tabletten oder so eingeschweißt sind? Komm grad nicht drauf...auf jeden Fall liegen diese Pillen da nicht in ihrem Original Pappkarton rum. Manche liegen auch kommplett lose in einer Dose... schöne rosafarbene, die ich leider nicht bekommen habe. Dafür gab es Antibiotikum, Paracetamol, die ich 6x täglich nehmen soll... :D, noch andere Tabletten, die meiner Recherche und Hoffnung nach evtl. entzündungshemmend sind und dazu noch Nasentropfen und Hustensaft. Den kann ich leider nicht nehmen, weil der so widerlich schmeckt, dass ich sämtliche Antibiotika wieder ausspucken würde. Der ist einfach mal extrem salzig und süß zu gleich und am Ende schmeckt man nur noch Alkohol. Aber dieses Salzige...buäh...wenn ich nur dran denke kommt es mir schon wieder hoch. Da bleib ich doch lieber bei meinen Tropfen, die ich noch aus Deutschland habe!!

 Das war also unser Abend. Auf der Rückfahrt haben wir dann noch an nem Kiosk gehalten (boutique chinoise, weil das früher meistens die Chinesen betrieben haben). Wir hätten uns da mit warmen Gerichten und Kuchen und allem eindecken können (war aber schon halb 11 oder so), haben uns dann aber nur für Pepsi,Schokoriegel und Telefon-Guthaben entschieden. Der gute Mann musste das dann leider schriftlich ausrechnen, was 100 Rupien Guthaben plus Pepsi und Schoki kosten...waren letztendlich 140, eigentlich nicht so schwer. Aber mit dem Rechnen haben sies hier nicht so.

 

Sooo...ich werd jetzt noch ein bisschen schlafen! Bis bald!

Sonne, Pool, Berge, Strand, Wasserfälle...von allem ein bisschen

Dienstag, 14.09.2010

Oh mann..ich hänge schon wieder so hinterher mit meinem Blog. Dabei gibt’s so einige zu berichten.

Zunächst einmal hab wir einen super Laden zum Shoppen gefunden (ich gehe chronologisch vor, nicht nach Priorität!) Dort werden größtenteils alte Klamotten verkauft, die in Europa keiner mehr wollte. Oder eben Sachen, die hier genäht wurden. Teilweise echt für n Appel und n Ei, aber auch echt gute Marken. Street One, Calvin Klein, H&M, J Lo, Abercombie&Fitch. Bei einigen Dolce&Gabana Sachen bin ich mir aber ziemlich sicher, dass das dann doch eher Fälschungen waren. Auf jeden Fall gabs da teilweise echt coole Sachen. Auch ein C&A Shirt mit dem Bruce Darnell-Spruch: Die Handetasche muss lebendig sein. Hab mich zerfetzt darüber…

Außerdem hatte ich in dieser Woche meine erste Aerobic-Stunde, weil ich ja Mittwochs immer so viel frei habe zwischendurch. Das war echt ganz cool, aber auch ein bisschen wie Sportunterricht 8. Klasse. War so ein richtig verspiegelter Raum und ich konnte mich da die ganze Zeit schön beobachten, wie ich da als weißer Riese zwischen den ganzen Minis rumgeturnt bin. Aber ich musste auch feststellen, bin da nicht die unrhythmischste gewesen!! Und vor allem war ich wenigstens mit Elan bei der Sache.

Am Freitag dann sind wir trotz Regen direkt nach der Uni in den Norden gefahren, wo es teilweise die schönsten Strände gibt. In Trou aux Biches angekommen, kam dann auch Gott sei Dank für ein paar Stündchen die Sonne raus. Danach ging es dann noch lecker und günstig Krabben essen.  Das wir da überhaupt lebendig angekommen sind, war ein Wunder, weil sich Thomas schon einen sehr mauritianischen Fahrstil angewöhnt hat. Also immer überholen wenns geht und eigentlich auch dann, wenn es nicht geht. Die anderen können ja zur Not auch bremsen!

paradiesischer Strand

Freitag Abend war dann die legendäre Pool Party…oh mann. Das ging erst ein wenig lahm los, aber nach ein paar Runden Rum haben Arthur und Daniel entschlossen ins Wasser zu gehen. Da ich eh einen Bikini drunter hatte, bin ich halt auch rein. Aber auch bald wieder raus. Weil warm ist anders und jetzt bin ich krank… mit steigendem Alkoholpegel sind dann immer mehr Leute im Wasser gelandet, aber eher unfreiwillig.

Pool

Sonntag war dann der große Tag des Kletterns angesagt. In letzter Minute hat es sich geregelt, dass ich doch noch mitkommen konnte, obwohl ich mich ja an den Wasserfällen selbst nicht abseilen konnte, weil ich mit meinem Fuß noch zu viel schiss hatte. Im Nachhinein muss ich sagen, dass Abseilen wäre glaube ich gar nicht so das Problem gewesen, aber das wieder hochkommen auf dem matschigen Weg daneben… aber wenn Ayad da ist, will ich das dann auf jeden Fall auch noch machen. Wir waren erst an so einem kleineren Wasserfall, der nur 15 Meter runterging. Das war der kleine zum Üben! Die Gruppe ist dann zum nächsten Punkt geschwommen/geklettert und Daniel und ich sind über einen verschlungenen Nebenweg gelaufen. Wir standen dann also oben an diesem Wasserfall und hatten eine Wahnsinnsaussicht (ging ja auch 40 m nach unten). Ich hab den anderen dann schön beim abseilen zugeguckt und sie beneidet. Will das also unbedingt auch machen.

Jenny

Die folgende Woche war ich dann ein bisschen krank..aber letzten Sonntag habe ich dann wieder an einem Ausflug teilgenommen. Wir sind mit einem Minibus durch den Südosten gefahren. Zuerst waren wir an dem ruhenden Vulkankrater, aus dem heraus die Insel damals entstanden ist. Von dort hatte man einen super Ausblick über die ganze Insel, zu jeder Küste. Dann haben wir noch einen süßen kleinen Stausee besucht, der in einer sehr regenreichen Region ist – gut mitgedacht!  Wir haben dann noch viel von der wunderschönen im Landesinneren gesehen. Alles sehr grün, hügelig, zuckerrohrig. Wunderschön!

das ist glaube ich Süd-Osten...

Den Nachmittag haben wir natürlich obligatorisch am Strand verbracht… an dem gab es sogar mal richtig gute Wellen. Abends waren wir dann bei Le Soufleur. Das iste eine Vulkanstein-Klippe, wo unten unglaubliche Wellen und krasse Strömungen kommen. Also mal nix zum Baden! Und da gibt es auch so eine vorgelagerte Felsformation, wenn da ne Welle im richtigen Winkel reinbricht, schießt das Wasser wie eine Fontäne aus dem Stein. Richtig hoch und laut. Wirklich beeindruckend.

:)Le Soufleur

Gestern waren wir dann noch bei einem „Casting“ für Komparsenrollen in einem Bollywoodfilm, der bald hier gedreht wird. Mal schauen, was da noch rauskommt.

So, dass solls erst mal wieder gewesen sein. Bis bald!!!

 

Port Louis, Maheboug, Black River NP

Sonntag, 29.08.2010

In der letzten Woche ist ganz schön viel passiert und ich bin mit schreiben gar nicht hinterher gekommen. Samstag Abend war ich das erste Mal mit feiern. Im shotz, das ist hier so ziemlich der einzige Club in Flic en Flac, abgesehen vom shout direkt daneben. Der Abend war ganz witzig, aber nicht weiter spektakulär. Die Musik war ganz okay, aber die haben einfach jedes Lied mit House vermischt, dass war bei manchen Songs echt schade, aber es war auch echt lustig die Kreolen und Inder zu sehen, wie sie so zu elektronischer Musik tanzen. Gegen 4 sind Katja und ich dann auch nach Hause. Im nachhinein haben wir jedoch erfahren, dass an dem Abend nem mauritianischen Mädel K.O. Tropfen ins Glas gemischt wurden und sie anschließend vergewaltigt wurde. Gut, dass wir da eh nix getrunken haben… Und Janine hat dort letztens auch eine Messerstecherei miterlebt. Gut, dass ich sowieso nur alle paar Lichtjahre mal tanzen gehe!!

Am Montag dann waren Katja und ich in Port Louis, der Hauptstadt, zum Sightseeing. Das war echt interessant und lustig, aber auch anstrengend.  Wir hatten echt Glück, dass wir einen Bus bekommen haben, der direkt von Flic en Flac nach PL gefahren ist und wir mussten nicht mal lange warten. Die Fahrt alleine war schon super, direkt an der Küste lang. Aber wahrscheinlich auch in einem der ältesten Busse auf der ganzen Insel. Wenn der beschleunigt hat, war der soooo laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstanden hat. Buchstäblich!!  Als wir dann in die Stadt reingefahren sind, haben wir erst mal den krass überfüllten central market gesehen. So viele Menschen… bekommt man sonst gar nicht so mit in den kleineren Städten, obwohl Mauritius doch tatsächlich eins der am dichtesten besiedelten Länder ist!! Der zweite Eindruck war dann: Mc Donald’s!! ;)

Wir sind dann schön die Routen aus unserem Reiseführer abgelaufen und waren im Postmuseum (wegen der berühmten Briefmarken), an der Waterfront und sind dann nach dem super-billigen Mittagessen bei Mc’s einmal durch den Stadtkern gelaufen. Da gab‘s neben den ganzen wichtigen Gebäuden einen coolen kleinen Park mit riesigen Lianen. Dann sind wir noch zur Pferderennbahn, wo am Wochenende immer großes Spektakel stattfindet. Auf dem Rückweg haben wir dann noch ein paar Moscheen gesehen und sind über den Markt und durch die engen Straßen gelaufen. Diese ganzen Gesichter, Gerüche, Farben…laut und anstrengend, aber auch interessant!

Abschließend sind wir noch ein bisschen durch die Shopping Mall an der Waterfront gebummelt. Die Preise da waren aber leider nichts für mein Konto ;)

Mittwoch war dann ein sehr anstrengender Tag in der Uni. Pünktlich um 9 waren wir da und dann?? Fiel die sch*** Vorlesung schon wieder aus!! Also hieß es warten auf 16 Uhr, bis zur nächsten Vorlesung. Die Zeit habe ich zumindest zeitweise effektiv genutzt um meinen Studenten-Ausweis und meine Resident Permit abzuholen und zu lesen. Und in der Mensa Bollywood-Filme zu gucken, bei denen allerdings nur jeder 3. Untertitel angezeigt wurde. Also viel verstanden habe ich nicht! Naja..irgendwann war es dann auch mal 4 und die Vorlesung ging los. Diesmal ging es um EIA, also auf deutsch: UVP: Umweltverträglichkeitsprüfung! Die kann hier JEDER machen. Und meistens kennt man sowieso jemanden in dem Ministerium und der klärt das dann!! ZU geil…

Danach war der Tag aber noch lange nicht zu Ende, weil wir dann direkt von der Uni noch zu Nicholas nach Hause gefahren sind um ihn dann zum Flughafen zu bringen.  Ein lustiger, aber auch anstrengender Tag.

Freitag dann sind wir nach Maheboug gefahren, einer geschichtsträchtigen Küstenstadt. Da ist momentan eine riesige Freilichtausstellung, wo alle Schulen und Unis des Landes hinpilgern. Und wir mittendrin…Oh mein Gott. Bevor wir mal alle getroffen hatten, mit denen wir da verabredet waren…halleluljah. Dann kamen wir dort an und alle Mauritianer sind ohne Eintritt reingekommen. Wir also unsere Studentenausweise gezückt und trotzdem…wir mussten voll rumdiskutieren, bis sie uns mal reingelassen haben, auch kostenlos. Weil wir studieren ja auch hier. Nur weil wir weiß sind… Apropos Rassismus… Also die Religionen verstehen sich hier schon ganz gut alle. Aber zwischen den verschiedenen „Hautfarben“ gibt’s schon so leichte Probleme. Die weißen Franko-Mauritianer werden sowieso von allen gehasst. Die Kreolen nennen die Inder Ziegen (halb Spaß, halb Ernst) und die Schwarzen sind für die anderen wiederum die unterste Schicht…also Stereotypen-mäßig gesprochen. Gibt natürlich haufenweise Ausnahmen…

Naja, auf jeden Fall waren wir dann in dieser Ausstellung und ich musste irgendwie an die Loveparade denken… die haben eindeutig ihre Kapazitäten überschätzt. Wir sind dann einfach nur noch da durch ohne uns irgendwas anzugucken (sehr witzig, ca. 8 Weiße, die sowieso schon immer etwas größer sind als die Einheimischen, aber dann noch zwischen den ganzen Schulklassen…haha). Kannten die ganze Geschichte eh schon aus dem Reiseführer. Irgendwann war das Gedränge so dicht, dass eine Frau mit ihren langen schwarzen Haaren im Reisverschluss meiner Tasche hängen geblieben ist. Ich hab es nicht gemerkt, bin weitergegangen und hatte auf einmal so voll das Büschel an meiner Tasche hängen *peinlich*. Irgendwann waren wir dann wieder draußen und sind zur Blue Bay gefahren, wo wir schon schnorcheln waren. Leider war es inzwischen so bewölkt, dass wir dann auch bald wieder nach Hause gefahren sind.

Gestern dann wollten wir in den Black River Nationalpark. Haben wir auch gemacht, bei strahlendem… Regen.  Die Wege wurden dann so richtig matschig und rutschig und teilweise mussten wir durch knöchelhohes Wasser laufen. Nach ca. einer Stunde hat sich eine kleine Splittergruppe, inkl. mir, auf den Rückweg gemacht. Bergauf wäre das ja vielleicht noch gegangen, aber der Gedanke an den Rückweg hat mich dann doch umkehren lassen, weil ich mit meinem Fuß einfach noch zu unsicher bin. Im Nachhinein war ich auch echt froh darüber, weil sich das doch noch zu einer ganz schönen Kraxeltour entwickelt haben muss. Soooo… das war also meine letzte, ereignisreiche Woche. Mal schauen, was in der nächsten so passiert. Vielleicht mal wieder beständiges, schönes Wetter in Flic en Flac, damit wir uns auch mal wieder an den Strand legen können??

Fotos siehe Facebook!!

Ps: wow, schon fast 4 wochen sind um...die zeit vergeht echt rasend schnell...

Die letzten Tage waren eher...entspannt ;)

Donnerstag, 19.08.2010

 

Mein Wochenende ging ja quasi von Samstag bis Mittwoch Nachmittag und außer regelmäßigem (Sonnen)baden ist eigentlich nicht viel passiert. Dienstag hatte Franzi Geburtstag und wir haben ein bisschen am Strand gefeiert, mit Kuchen und Kerzen, die wegen des Windes aber nicht wirklich gebrannt haben.

Am Abend kam dann eine Mail, dass Sustainable Tourism leider ausfällt, also mussten Janine und ich erst halb 5 in der Uni sein. Wir sind also so 10 vor 3 an der Bushalte gewesen und relativ bald kam dann auch ein Bus nach Quatres Bornes. Der fuhr anfangs allerdings nur so maximal 30. In Bambous ist er dann auch erst mal 15 Minutenverschwunden (also der Fahrer, nicht der Bus) und als er wiederkam, war er wie ausgewechselt und hat richtig Gas gegeben. Vielleicht hatte er ja Zoff mit seiner Frau, keine Ahnung, aber viel lag ihm anscheinend nicht mehr am Leben. Es gibt da so eine tolle Straße, die von Bambous auf die "Landstraße" nach Quatres Bornes führt, die extrem hügelig ist. Da geben die Busfahrer generell immer Gas. Naja, Achterbahnen hab ich jetzt hier auch noch nicht gesehen, ist vielleicht eine Art Ersatzbefriedigung. Leider fuhr vor uns ein Transporter, der uns ein bisschen ausgebremst hat. Der Busfahrer ist trotzdem immer volle Kanne dicht aufgefahren und das auch Berg ab, obwohl der Bus gerammelt vol und die Bremsenwer weiß Gott wie alt sind. Naja, Glücksspiel mal wieder gewonnen, alle haben überlebt. Und schöne Musik hat er gehabt...Cool

 In Quatres Bornes war dann mal wieder der übliche Stau und wir sind dann schon ein bisschen früher ausgestiegen. Da es dann auch schon 4 war (sind eigentlich nur 11 km, über Bambous vielleicht 15 km) haben wir dann ein Taxi genommen. Wir wissen, dass der Preis nach Réduit (also zur Uni) von Quatres Bornes aus so ca. 200 Mrs (ca. 5 €) beträgt. Immer noch viel für 5 km. Da wir 2 weißen Mädels natürlich nicht einheimisch aussehen, wollte uns der Fahrer mit den blutunterlaufenen Augen natürlich mehr abnehmen. Wobei  250 Mrs noch recht kulant war. Ich hab ihn also munter auf französisch zugetextet, dass wir ja den Preis kennen und 200 völlig okay wäre. Leider hab ich seine Antworten nicht ganz verstanden...glaube, dass war auch eher créol als französisch... Naja, am Ende kamen wir pünktlich an der Uni an und haben nur 200 bezahlt. Die Vorlesung hat auch echt mal wieder Spaß gemacht. Haben z.B. gelernt, dass man die Häuser am Strand (also so und so viele Meter entfernt vom Wasser) nicht Höher als nen Kokosnussbaum bauen darf, also ca. 2 Stockwerke. Gibt's ja in anderen Ländern auch, macht auf so einer kleinen Insel aber natürlich das Leben für Hotelbauer schwer. Denn für jeden Quadratmeter Zimmer muss man noch mal das 3fache an Grünfläche haben. So vermeidet man Massentourismus! Und deswegen gibts hier auch so viele 4 oder 5 Sterne Hotels: weil die mit wenig Zimmern mehr Gewinn machen. Bzw. braucht man als 3* Hotel viel mehr Zimmer um den gleichen Gewinn wie ein 5* Hotel zu bekommen. Sehr spannend alles.

Heute war dann mal wieder ein Gammeltag. Kein Badewetter... morgen früh gibt's dann mal wieder ne Vorlesung und dann ist auch schon wieder Wochenende  Lachanfall

 Lose Infosammlung:

- die vielen Nadelbäume am Strand irritieren mich

- im Bus gibt es links immer einen 2er Sitz und rechts einen 3er. wenn rechts schon 2 sitzen und ein 3. kommt, muss der immer in die mitte, weil irgendwie...glaube der, der zu erst da war, hat recht auf mehr bequemlichkeit und darf sich deswegen den Gangplatz nehmen oder so...für ältere Frauen wird übrigens nicht aufgestanden.  

- Jenny und ich sind am Freitag in der Pause mit den mauritianischen Mädels fotografiert wurden und sind direkt im "LE Mauricien" gelandet, große nationale französischsprachige Tageszeitung. Der Artikel zum Bild hat sich jedoch nur um Austauschstudenten aus Rodriguez gedreht. Und um Erlaubnis gefragt wurden wr auch nicht!! Aber naja... innerhalb von 2 Wochen war ich jetzt schon im nationalen Fernsehen und in der Tageszeitung. Wer weiß, wie das hier noch weitergeht. Vielleicht spiel ich ja nächste Woche schon in nem Bollywood-Film mit Lachanfall

- ein neues Insekt kann in die Sammlung aufgenommen werden. Auf unserem Balkon hat es sich letztens eine Gottesanbeterin gemütlich gemacht

 À plus! (Bis später!)

Uni

Samstag, 14.08.2010

Sooo…wo war ich denn stehen geblieben?? Bei Montag Abend. Seit dem ist nicht sehr viel spektakuläres passiert, aber ich habe viele interessante Kleinigkeiten beobachtet, die hier einfach anders sind.

Dienstag habe ich erst mal meine Hausarbeit fertig gemacht – endlich!! Der Tag war relativ doof, weil ich riesige Wespen in meinem Zimmer hatte und bei Jenny nicht ins Internet kam (mein Fehler), aber im Endeffekt hat sich alles gelöst.

Mittwoch früh hatten wir dann Sustainable Tourism, bei der gleichen Dozentin wie Event-Management. Auch hier kam sie wieder 1 Stunde zu spät und hat schon viel früher Schluss gemacht. Ich werde das Modul wohl wählen, aus zeit-organisatorischen Gründen und um ein „einfaches Modul“, was wir schon in Deutschland hatten, zu haben. Danach haben wir mal in Human Resource Management oder so reingeschaut. Ist eigentlich für den Management-Studiengang, könnten wir aber auch wählen. Die Dozentin war mal richtig fähig, aber das Modul hatten wir halt auch schon in Deutschland, deswegen werde ich es wohl nicht nehmen. Personalmanagement in Mauritius wäre zwar noch mal anderes und bestimmt ist es interessant, diese ganzen Arbeitsschutzbestimmungen von hier kennenzulernen, aber das hat mir einfach zu wenig zu tun mit Freizeit & Tourismus. Dann hatten wir eine längere Pause, in der wir ins benachbarte Rose Hill gefahren sind. Dort haben wir ein Modem/Rooter gekauft (!!!) :D und sind dann da noch über die Märkte gelaufen und in die kleinen indischen Ramsch-Läden gegangen (brauchten noch kleine Mülleimer, Klammern und so Kram). Obst und Gemüse werde wir da wohl in Zukunft öfter kaufen, ist wirklich spottbillig da. Außerdem habe ich mir noch 5 Paar Ohrringe für nicht mal 3 € gekauft. Und Jenny hat echt schöne Flip-Flops (Leder, aber kein echtes glaub ich) für 2,50 € bekommen.

Abends hatten wir dann Resort Management und Leisure Programming (für Mama: Freizeit Programm Erstellung). Das macht ein Mann, der wirklich in einem Resort arbeiten und das ist echt spannend. Gott sei Dank macht er nicht wirklich bis 19.30 Uhr, wies im Stundenplan steht. Da fährt nämlich da kein Bus oder Taxi mehr…  Das Modul werde ich wohl auch auf jeden Fall nehmen. In der Pause werde ich wohl einen Tai Chi Kurs besuchen (anderer Sport geht mit Fuß momentan noch nicht so gut). Abends hab ich dann mit Henri unser W-Lan klar gemacht und hat super funktioniert nach einigem Hin und Her. Mann kommt bei uns jetzt zwar auch ohne Netzwerkschlüssel rein, aber das ist ja hier auch schon egal. Im näheren Umkreis wohnt eh keiner und der Vertrag läuft ja nicht auf unseren Namen.

Donnerstag war dann mal wieder ein freier Tag. Also wollte ich an den Strand… bis ich aber mal so wach war und eingekauft hatte und dies und das, waren natürlich fette Wolken da. Wenigstens konnte ich ein bisschen im Sand schlafen, aber mit Baden war’s wieder nix. Sonntag vielleicht…

Freitag war ich dann mit Jenny den ganzen Tag an der Uni. Erst gab’s Destination Management. Die Dozentin haben wir am Orientierungstag schon kennengelernt, in den höheren Semestern ist sie aber ein bisschen freundlicher. Und sie ist vor allem sehr kompetent. Das Modul wiederholt zwar einiges, was wir schon hatten, bringt aber auch neue Aspekte. Und sie ist einfach eine gute Dozentin, von daher werde ich das wohl auch machen. Mein Stundenplan wäre demnach also: Mittwoch 9-12 und 16.30-18.30 sowie Freitag 9-12. Und ansonsten frei!! Ich meine natürlich Vor- und Nachbereitung. Man muss hier schon mehr nebenbei machen für die Uni, also die haben einfach mehr Zwischentests und kleine Hausarbeiten und Präsentationen. Aber bei nur 3 Modulen und einem nicht ganz so hohen Anspruch wird das wohl gehen…

Freitag Nachmittag haben wir uns noch etwas angeguckt, was vom Inhalt eigentlich echt cool klingt (Sport Managment und Planung usw.) aber der Dozent ist eher von der alten Schule, macht das super langweilig und es ist halt einfach mal Freitag Abend von 3-6. Normaler weise. Gestern hat‘s nur 30 Minuten gedauert,  wofür Jenny und ich 4 Stunden rumgesessen haben!! Aber wir haben in der Zeit auch mit vielen Kommilitonen quatschen können. War echt spannend. Wir haben unter anderem Arzina und eine Freundin (Namen schon wieder vergessen, sind alles so kompliziert hier…) genauer kennengelernt. Arzina ist Muslima und macht gerade Ramadan. Ihre Freundin hingegen ist Hindu. Arzina spricht nicht nur Kreolisch, Französisch und Englisch, sonder auch eine andere komplizierte Sprache, deren Namen ich auch vergessen habe und sie versteht Hindu. Mit 21 oder so. Die beiden wollen mit uns auch traditionelle „Kuttas“ kaufen, für das Lichtfest Devali, weil man da traditionelle Kleidung braucht.  Bei 2 anderen haben wir für eine Überraschung gesorgt, weil wir bereits kochen können! Die leben hier ja alle noch zu Hause bis sie heiraten (was die meisten doof finden) und lernen dann wahrscheinlich erst kurz vorm Auszug zu kochen, um den Mann auch ja richtig versorgen zu können.

Naja, abschließend noch ein paar Erkenntnisse:

Die Treppen gehen hier auch linksrum, statt rechtsrum…Linksverkehr überall.

Apropos Verkehr: Ich finde es hier echt gemäßigt. Klar, es ist ein wenig chaoische und rasanter als in Deutschland und es wird öfter gehupt, aber es gibt nicht so eine starke Aggressivität wie in Deutschland oder gar (andern) afrikanischen Ländern. Die Straßen sind hier meistens auch nicht so sonderlich groß oder breit, als das großes Chaos entstehen könnte, außer vielleicht am Kreisverkehr bei unserer Uni.

Gut, dass ich mir Badeschuhe gekauft habe. Am Strand liegen ganz schön viele tote Korallen rum, vereinzelt gibt es auch tödlich-gemeine Stonefishs und einen Seeigel haben wir am Donnerstag auch gesehen!

Achso: Bin jetzt gezwungenermaßen auch bei Facebook ("Frieda Mauritius"). Da geht der Foto-Upload einfach schneller und auch Arzina & co. Sind nun mal bei Facebook und nicht bei studivz. Wir kennen jetzt übrigens Mädels in allen Himmelsrichtungen der Insel, so dass wir beim Rumreisen immer einen Anlaufpunkt haben.

Bis bald!!

Karaoke, Schnorcheln, Umzug…

Dienstag, 10.08.2010

 

In den letzten Tagen ist schon wieder sooo wahnsinnig viel passiert. Ich hab nicht mal Zeit gefunden zum schreiben. Und die Zeit vergeht hier auch einfach wahnsinnig schnell. Auch, weil man ständig auf etwas wartet oder weil man Stunden im Verkehr zubringt.

Am Freitag Abend waren wir abends in einer Karaokebar bei uns in der Nähe, vor allem weil Janine das ja gerne macht. Wir waren dann circa 6 oder 7 Leute (mal ausnahmsweise nur Germans) und haben Janine beim Singen zugehört und wurden irgendwann von den süßen kreolischen Kellnerinnen gezwungen zu tanzen. Super peinlich, wenn man sieht, wie die natürlich alle tanzen können. Aber im Gegensatz zu Ghana wird man hier nicht ausgelacht dafür, sondern einfach herzlich aufgenommen. Die Menschen sind hier einfach so süß und hilfsbereit, unglaublich. Vor allem, wenn sie einem wirklich weiterhelfen können, ist das einfach total super.

Am Samstag haben uns dann Nicholas und Nishan zum Schnorcheln „entführt“. Die Beiden sind schon seit Generationen mit exchange students aus Deutschland befreundet und waren in den letzten Tagen einfach immer da. Haben uns überall hingefahren, bei allem geholfen, sachen besorgt. Einfach nur Wahnsinn. Leider sitzt Neshan grad im Flugzeug auf dem Weg nach Deutschland, um da seine Freundin zu besuchen. Und Nicholas fliegt wohl auch bald nach Frankreich, wo er einige Monate arbeiten wird. Mal sehen, was das wird, wenn wir dann mehr auf uns gestellt sind.

Der Schnorchel-Ausflug kam jedenfalls so zustande, dass die beiden mal wieder jemanden kannten, der Bootstouren macht in einer Bucht namens Blu Bay. Wir dachten, wir gehen da einfach am Strand ein bisschen ins Wasser, aber nein, es gab ein Boot. Sogar ein „glass bottom boat“, das heißt wir konnten schon im Boot die Korallen und Fische unter uns beobachten. Einfach Wahnsinn, mal abgesehen davon, dass der Ausblick über Wasser auch nicht schlecht war. Irgendwann haben wir dann das Boot festgemacht an einer Boie und abging‘s. Ich muss dazusagen, dass mich weder Schnorcheln noch Tauchen bisher besonders gereizt haben und am Anfang war das echt komisch. Ich mag einfach Fische nicht so gerne, wenn sie mich berühren und auch so dicht über die Korallen zu schwimmen fand ich irgendwie…komisch. Aber mit der Zeit wurde es immer besser. Wir haben dann sogar ein bisschen Brot ins Wasser geworfen, um noch mehr Fische anzulocken (nicht sehr ökologisch wertvoll!) und waren irgendwann umringt von hunderten kleinen Fischen. Der Wahnsinn! Leider hat mit der Zeit mein Fuß ein bisschen rumgemuckt wegen der Flossen und es wurde dann auch ein wenig kalt im Wasser (Winter). Als ich dann wieder auf dem Boot war, kam auch prompt ein heftiger Regenschauer, der aber schnell wieder vorbei war. Und der ganze Ausflug hat uns nichts gekostet! Am Strand verbringen übrigens auch die einheimischen ihre Wochenenden. Es war lustig anzuschauen, wie ganze Hindi-Familien Musik gemacht und getanzt und gekocht haben.

Über dem WasserJanine und ich bei den Fischen

Wir sind dann wieder zurückgefahren zu unserer provisorischen Unterkunft bei Johanna und Jenny um endlich unseren Umzug zu machen. Dazu hatten wir mal wieder die Hilfe und Autos von N.&N. Auf Grund diverser Verzögerungen mussten wir ganz schön lange warten und rumsitzen, was die Stimmung etwas gedrückt hat. Außerdem wird es ja langsam wärmer, so dass auch immer mehr Tiere rumkreuchen und fleuchen. Unter anderem kam auch eine Stabheuschrecken angeflogen! Die Viehchter sind ja sooo riesig. Dachte erst das wäre ein Vogel!! Brrrr…

Dann hatten wir endlich alle Autos mit unseren Koffern vollgepackt und wollten gerade los, als sich Janine 3 Finger im Auto gequetscht hat. Der Kofferraum stand offen und auf da sie sich ein bisschen zu ihrem Sitz hangeln musste, weil das Auto ungünstig stand, hatte sie sich am offenen Kofferraum festgehalten, genau in dem Moment, als Clemens (Jennys Mitbewohner) beschloss, den Kofferraum zuzumachen. Er hat die Klappe echt komplett zugeschlagen, dass Schloss ist sogar eingerastet und von Janine haben noch 3 Finger dazwischen gesteckt!! Was für ein Schock. Katja (unsere 3. Mitbewohnerin und ich haben uns dann schnell zur Wohnung fahren lassen um alles wegzuräumen, während Nicholas Janine und Jenny zum Krankenhaus in Quatres Bornes gefahren hat. Öffentliche Krankenhäuser sind hier kostenlos und Janine hätte nicht genug Bargeld gehabt, um das Geld in einer Privatklinik vorzustrecken. Also gings ins Krankenhaus, was aber vom Standard her auch nicht sooo super ist. Dementsprechend gab es dann beim Röntgen auch keine Bleiweste und ein paar einprägsame Bilder noch dazu. Letztendlich war es Glück im Unglück, nix gebrochen. Aber blau und dick ist die Hand natürlich immer noch. Auf dem Rückweg hat Nicholas uns erst mal eine Wagenladung Essen von seinem Onkel mitgebracht (wir sind dann noch mal zurück zu Jenny). Da gab es viele asiatische Bällchen aus Gemüse, Fleisch oder Fisch und dazu Soßen zum dippen (eine Suppe mit Ingwer, grünes höllisch-scharfes Chilli und süß-saure Sojasauce). Njamminjammi, das war lecker.

Der Abend war übrigens auch extrem stürmisch und mir wurde erklärt, dass wäre ein „Anti-Zyklon“. Ich hätte in Geo vielleicht besser aufpassen sollen, aber ich hab das so verstanden, dass irgendwo auf dem Meer ein Zyklon ist, der Luft anzieht und wird diesen Sog einfach spüren. Aber ich weiß es nicht genau. Und da ich ja grad kein Internet habe…

Kurz zu unserer Wohnung: die ist echt schön, v.a. für den Standard hier. Unser Vermieter ist zwar fast jeden Tag hier, um noch irgendwas zu machen (gestern war z.B. das Wasser weg; Internet wird wohl auch noch ein paar Tage dauern), aber der gibt sich echt viel Mühe. Er und seine Frau haben auch super viel neu gekauft: Mikrowelle, Geschirr, einen Reiskocher (!!), Bettwäsche, Handtücher, Bügeleisen… Voll krass. Da mich Ayad ja besuchen kommt, habe ich ein großes Zimmer mit großem Schrank, großem Bett und separatem Bad bekommen. Da drin ist zwar kein Klo, aber ein Bidet ;), ein Waschbecken und eine Dusche. Die muss aber leider noch repariert werden, weil sie nämlich, einmal auf heißes Wasser gestellt, nur noch kochend heißes Wasser absondert. Lässt sich einfach nicht mehr kalt stellen…

Gestern Abend waren wir dann bei Jennys Place grillen mit ein Haufen Kreolen und ein paar Deutschen. War echt lecker. Auf dem Heimweg musste wir mal wieder mit unseren Nachbarshunden kämpfen! Direkt neben uns steht kein Haus, aber die daneben haben 3 Hunde, die hier wie Katzen draußen rumlaufen. Okay, die sind zu 3., aber wir auch. Bisher haben sie uns nicht angegriffen. Aber sie bellen und beobachten uns immer ganz genau. Bin mir noch nicht so sicher, was ich von denen halten soll. Manch einer weiß ja, wie ich auf große Hunde reagiere…

Heute nun hatten wir unseren ersten richtigen Uni-Tag. Direkt nach der Ankunft hat uns die PR-Tante der Uni aufgehalten. Ein Kamerateam vom National TV MBC 2 wollte ein Interview mit uns für die Abendnachrichten. Zu witzig…noch nicht mal eine Woche hier und schon im Fernsehen gewesen. Na wenn das so weiter geht...  Dann Event-Management von 1-4. Wir mussten noch unsere Studiengebühren bezahlen (wir zahlen übrigens das hundertfache von dem, was die Einheimischen zahlen müssen!), wofür wir von 13.15-14.30 Uhr gebraucht haben (in der Bank Schlange stehen, Traveller Cheques einlösen, in dem einen Uni-Office Schlange stehen um unsere Papiere abzuholen, dann zum Bezahl-Office, Schlange stehen, über den Wechselkurs diskutieren, Geld zählen, Quittung ausfüllen, Papiere wieder im ersten Office abgeben…) Jaaaa, das braucht hier alles seine Zeit. Das war aber nicht schlimm, weil unsere Dozentin kam auch über eine Stunde zu spät und hat auch schon eine Stunde eher Schluss gemacht. Wir müssen in diesem Modul wohl ein Event organisieren, was dann im März stattfindet. Da sind wir schon weg… irgendwie doof, weil das hier wohl teilweise so Jahresmodule sind. Janine, Jenny und ich haben schon überlegt, einen Skandinavien-Tag am Airport zu machen. ;)

So, morgen hab ich erst mal frei. Dann kümmern wir uns erst mal um Internet und dann muss ich dringend meine Hausarbeit zu Ende schreiben und einkaufen. Und am Strand hier war ich auch erst einmal. Das muss sich ändern!

Ps: Ich vermisse meine elektrische Zahnbürste!

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